Geschichte der Sektion Leichtathletik
In den 20er und 30er Jahren, als es mehr oder weniger der ganzen Bevölkerung finanziell schlecht ging, bekamen die jungen Sportler von Seiten der Behörden viel Unterstützung. Reisen zu Wettkämpfen, die sich sonst kaum jemand leisten hätte können, wurden finanziert. Entsprechend groß war die Begeisterung. Für das Leistungsabzeichen, damals Brevetto genannt, mussten Mindestleistungen in den Disziplinen Diskuswerfen, Hochsprung, Kugelstoßen, Mittelstreckenlauf und Weitsprung erbracht werden. Von den Athleten de SV Latsch schafften dies: Adolf Pircher, Karl Hellrigl (Iho), Roman Tartarotti und Josef Blaas.
Vor allem Karl Hellrigl, der damals beste Langstreckenläufer, belegte bei Geländeläufen hervorragende Platzierungen. Sogar Ringen und Leichtgewichtboxen gehörte in jener Zeit zu den innerhalb der Sektion ausgeübten Sportarten. 1944 macht vor allem Walter Tartarotti von sich reden: Er gewann die Gebietsmeisterschaft im 1500m Lauf in Dornbirn. Kaum ein Jahr nach der Angliederung an den Verband waren die Latscher Leichtathleten dank ihrer guten Leistungen im ganzen Land bekannt. Fast ununterbrochen stellte sie ab Anfang der 50er Jahre Jahresbestleistungen auf und holten sich die Regionalmeistertitel. Beim regionalen Jugendkriterium 1954 konnte Latsch in insgesamt vier Wettkampftagen in der Mannschaftswertung den 2. Platz hinter Trient belegen und ließ sämtliche Land- und Stadtmannschaften der Provinz Bozen hinter sich.
Es begann die Glanzzeit des Franz Gurschler, der über Jahre alle 5000m und 10000m Läufe gewann, darunter auch öfters die Regionalmeisterschaft in diesen Disziplinen. Den Berglauf nach Klobenstein, ausgehent von der Talstation der Rittner Seilbahn konnte Franz Gurschler 3x für sich entscheiden. Den Dorflauf in Latsch gewann Franz Gurschler 3x, jenen von Schlanders 2x.
Dank der vielseitigen Brüder Burkhard, Werner und Dietmar Pohl und anderer hervorragender Sportler konnte Latsch auch in der Mannschaftswertung oft triumphieren. Der Anfang der 60er Jahre war die Zeit der Erfolge in allen Sparten. Danach kamen einige Jahre, in denen zu viele Athleten der kampfstarken Mannschaft, zumeist aus beruflichen Gründen, abtreten mussten. Die Sektion war geschwächt, man sah bereits ihrem Ende entgegen, als Sektionsleiter Sepp Rinner gemeinsam mit den Brüdern Pohl und einigen Athleten aus Naturns und Prad wieder eine Mannschaft bildeten. Georg Gerstl, der Leiter der Volksschule in Latsch, engagierte sich stark in der Nachwuchsarbeit. Später übernahm Georg Gerstl die Sektionsleitung und mit der Unterstützung des damaligen Präsidenten Sepp Rinner und des Sportleiters Luis Gerstl erlebte die Sektion Leichtathletik ihre zweite Glanzzeit. Mitte der 60er Jahre wurde die Tätigkeit stark ausgedehnt und viele Vergleichskämpfe mit Deutschland und Österreich ausgetragen. 1967 stellte Sepp Rinner einen neuen Regionalrekord im Hammerwerfen auf und im darauffolgenden Jahr erreichte die Mannschaft bei der regionalen Meisterschaft den 2. Platz. In den Jahren 1969 und 1970 wurde es stiller um die Leichtathletik im SV Latsch. Schließlich kam die Tätigkeit ganz zum Erliegen, man war nicht mehr konkurrenzfähig.
Um dennoch weiterhin mit dabei zu sein, gründete man 1972 den Leichtathletik Clip Vinschgau, mit Sitz in Latsch. Der Bau der neuen Sportanlagen war dazu die beste Voraussetzung. Die Leitung des LAC Vinschgau übernahm Günther Schöpf. Seine Arbeit war schon bald von Erfolg gekrönt. Seine Schüler belegten vordere Plätze und die besten konnten an den Nationalen Finalspielen teilnehmen. Bis zum heutigen Tag wird durch den LAC Vinschgau hervorragende Jugendarbeit geleistet, die auch immer wieder zu großen Erfolgen auf regionaler und nationaler Ebene führen.
Der Berglauf Latsch - St. Martin geht bereits auf die 50er Jahre zurück. In den 60er Jahren konnte Franz Gurschler den Berglauf 3x für sich entscheiden, seine Bestzeit lag bei 50'02. Damals wurde bei der Talstation der Seilbahn St. Martin gestartet, dann gings hinaus bis "Hochpfraum", zurück Richtung "Weiße Platte", von dort steil senkrecht zur Trasse der heutigen Straße, dann Richtung Latsch bis zum "Oberkaserhof" und hinauf zur Bergstation St. Martin.
Die Sektion Leichtathletik organisiert seit dem Jahr 1991 wieder jedes Jahr den Berglauf Latsch-St. Martin. Anfangs wurde der Lauf in Zusammenarbeit mit dem Freizeitclub "Mol Berg mol Tol" organisiert. Später wurde der ASV Latsch Raiffeisen immer tatkräftig vom LAC Vinschgau und der Bergrettung Latsch unterstützt. Seit dem Jahr 2009 zählt der Berglauf auch für die Berglaufmeisterschaft der FIDAL, bei welchem er immer durch den LAC Vinschgau gemeldet wird. Auch nehmen regelmäßig Athleten der Sektion Ski Langlauf an Dorf - und Städteläufen teil.
Beim 19. Berglauf Latsch - St. Martin i.K. konnte Harald Gamper seinen Streckenrekord aus dem Jahr 2009 (44:35:80) nochmals verbesser. Er lief die ca. 6.3Km und 1100mt Höhendifferenz in 44:13:95. Der Streckenrekord der Frauen, wurde ebenfalls im Jahr 2009 von Edeltraud Thaler aufgestellt, die Zeit: 56:06:70.
Beim Jubiläumsberglauf, den 20sten, konnte der Streckenrekord abermals verbessert werden. Edeltraud Thaler verbesserete ihren Rekord auf 55:56'60 und Philipp Götsch stellte mit 43:29:00 einen neuen sensationellen Rekord auf.
Seit 1967 wird in der Sektion Leichtathletik zuerst durch Luis Gerstl, später durch Stephan Waldner das Deutsche Sportabzeichen abgenommen. Bis heute gab es viele erfolgreiche Abnahmen.
Das Deutsche Sportabzeichen, wurde im Jahr 2010 bereis zum 45sten Mal in Latsch abgenommen.


