Geschichte der Sektion Stocksport
Die Sektion Eisschießen besteht seit dem 10. Oktober 1991. Bei der Gründungsversammlung wurde Hermann Schweitzer zum 1. Präsidenten gewählt. Peter Santer, der aus Toblach nach Latsch übersiedelte, hat das Eisstockschießen bei uns eingeführt. Da der SV Latsch keine Eisdisziplin hatte, starteten die Eisschützen für den AV Lana, erst im Jahr 1968 konnte die Sektion dem SV Latsch angegliedert werden, denn jetzt wurde in Latsch auch Eishockey gespielt (um beim Landessportverband anerkannt zu werden, musste ein Verein zwei Eisdisziplinen bestreiten). Bis dahin hatten allerdings die Eisstockschützen schon sehr gute Platzierungen auf nationaler Ebene im sogenannten „Moarschaftschießen“ erreicht. Zu einer Moarschaft gehören 4 Schützen, die um eine Platznähe an der Daube gegen vier andere Spieler kämpften. Bedenkt man, dass die Daube nur 10cm Durchmesser hat und sich in 22 bis 28 m Entfernung befindet, so versteht man, wie viel Kraft und Ziel es braucht um den ca. 5kg schweren Eisstock auf oft zentimeternähe an die Daube heranzubringen.
Das ist der Moarschaft um Hubert Tscholl mit den Schützen Anton Pirhofer, Josef Pirhofer und Herbert Kiem recht oft gelungen. Die größten Erfolge erzielen sie bei der Italienmeisterschaft der Serie B in St. Lorenzen 1966, wo sie unter 14 Moarschaften den 4. Platz belegten und somit in die Serie A aufstiegen.
Weitere Moarschaften folgten: um Heinrich Schwarz gehörten Serafin Heel, Walter Mitterhofer und Franz Bachmann; um Martin Schöpf gehörten Hans Gufler, Herbert Kiem und Helmuth Gunsch; später noch um Hansjörg Holzer, Karl Kerschbaumer, Gerold Weiss und Roman Schweitzer; zeitweise waren auch Franco Gaio, Giacomo Gaio und Günther Vent als Eisschützen gemeldet.
Im Jahr 1995 sind noch 2 Moarschaften aktiv. Mit dem Moar Josef Koch kämpften die Schützen Josef Lechthaler, Florian Kuppelwieser und Hans Ratschiller. Die 2. setzte sich aus Franz Bachmann, Serafin Heel, Gerold Weiss und Roman Schweitzer zusammen. Weitere aktive Schützen waren Siegfried Schwarz, Roman Gabl, Christian Bachmann, Helmuth Gunsch und Gerold Mitterer. Auch Damen haben sich den Eisstocksport entdeckt. Sabine Heel, Elisabeth Heel und Nadia Gunsch. Mit wechselndem Erfolg wurde in der obersten Klasse gespielt, doch konnte man sich nicht lange darin behaupten. So spielte man mit verschiedenen Schützen in 2 Moarschaften in der Serie B. Beding durch widrige Umstände konnte bei einer Italienmeisterschaft nicht antreten, so ging auch die Serie B verloren.
1980 wurden die Kategorien neu geordnet und die Moarschaften spielten in der Zone und Serie D.
Die Schützen des ASV Latsch nahmen auch an internationalen Wettkämpfen teil. Gute Leistungen gelangen ihnen dabei zwar selten, doch trugen sie durch ihr sportliches Verhalten zum guten Ruf des SV Latsch bei. Es wurde aber trotz allem ein 10. Rang 1989 in Budapest (26 Moarschaften), ein fünfter Rang 1994 in Imst (17 Moarschaften) und viele mittlere Platzierungen erreicht.
Etwas bessere Erfolge erzielten unsere Eisschützen im Einzelbewerb. So belegte Anton Pirhofer bei der Italienmeisterschaft 1966 in Latsch einen hervorragenden 7. Platz. Im darauffolgendem Jahr Herbert Kiem ebenfalls einen 7. Platz unter 87 Teilnehmern, 1968 erreichte er den 8. Rang unter 54 Teilnehmern. International war nur Herbert Kiem erfolgreich und zwar 1967 bei der Europameisterschaft in Ruhpolding (D) mit Rang 29 und 1972 in Mittenwald (D) mit Rang 20.
Christian Bachmann gewann 1989 in Budapest den Einzelbewerb der Jugend. Mit Hans Ratschiller, Serafin Heel und Josef Gluderer erkämpfte sich der SV Latsch den 3. Rang in der Mannschaftswertung bei 87 Teilnehmern. Im Einzelbewerb stieg 1995 Hans Ratschiller in die Serie A auf. Er wurde 2. bei der Italienmeisterschaft der Serie B in Latsch mit 286 Stockpunkten.
Zweifellos waren die Weitschützen lange Zeit das Aushängeschild, ja man kann sagen das internationale Aushängeschild der Weitschützen Italiens. Franz Rinner und Sepp Rinner haben jahrelang hindurch fast alle Italienmeisterschaften gewonnen. Franz Rinner wurde 1966 in Latsch Italienmeister, 1967 in Bruneck Vizeitalienmeister, 1968 in Montiggl Italienmeister, 1969 in Montiggl Vizeitalienmeister und Josef Rinner Italienmeister, 1970 in Toblach Italienmeister. Bei den Europameisterschaften hatten Franz uns Sepp Rinner ebenfalls gute Platzierungen aufzuweisen.
Gefürchtet bei den Konkurrenten im Weitschießen war das Siebengestirn: Franz Rinner, Sepp Rinner, Hans Gufler, Helmuth Gunsch, Martin Schöpf, Hans Kuperion und Giacomo Gaio.
Was die Sektion besonders auszeichnet ist die oftmalige Organisation von Meisterschaften und Turnieren. Es wurden immer wieder nationale und internationale Turniere veranstaltet.
Das internationale Aushängeschild ist das europaweit bekannte Apfelturnier im Oktober.
Über mehrere Jahre hinweg konnte dieses beliebte Turnier nicht mehr ausgetragen werden, da die Eishalle in Latsch geschlossen war. Bis zum Jahr 2009 leitete Franz Bachmann die Geschicke der Sektion. Leider ist die Sektion an einem Tiefpunkt angelangt und es konnte bis heute kein Nachfolger gefunden werden, was sehr schade für die Jugend, welche sich für diesen Sport interessiert, ist.
In der Saison 2009/2010 nahm noch 1 "Moarschaft" um den ehemaligen Sektionsleiter Franz Bachmann an der Meisterschaft der Serie D teil. Der Vereinsausschuss organisierte in Zusammenarbeit mit dem AHC Vinschgau "Eisfix" Ende Februar 2010 das 1. Latscher-Eisstock-Gemeindeturnier mit "Lattlschießen".
Eishockey
Die Anfänge des Eishockeys in Latsch reichen zurück bis in die 50er Jahre. Auf einem kleinen Eisplatz beim Latscherhof spielte eine Gruppe spaßeshalber. Der erfahrenste Spielet war wohl Josef Gerstl, der während seiner Lehrzeit am Ritten Erfahrungen im Eishockey gemacht hatte.
Unter dem Präsidenten Sepp Rinner wurde der Eislaufplatz zu einem vorschriftmäßigen Eishockeyplatz. Erweitert. Den Grund stellte die Fraktion zur Verfügung.
Im Winter 1968/69 nahmen die Spieler bereits an einer Meisterschaft teil. Die Ergebnisse waren auch im folgenden Jahr durchaus erfreulich. Aufgrund des Spielermangels musste der SV Latsch im Winter 1971/72 auf eine Mannschaftsteilnahme verzichten. Andere Mannschaften konnten alle Spieler auswechseln, während sich der SV Latsch mit 2 bis 3 Reservespielern begnügen musste. Ein ganzes Spiel ohne oder mit kurzen Pausen durchhalten zu müsse, war für die Spieler eine ungeheure Belastung. Man widmete sich verstärkt der Nachwuchsförderung und schon bald konnte der SV Latsch mit besseren Ergebnissen aufwarten.
1978 spaltete sich der Latscher Schlittschuhclub vom Sportverein ab. Der Kunsteisplatz wurde 1985 erbaut und die Vinschger Kunsteisgenossenschaft gegründet. Drei Jahre später wurde der Kunsteisplatz überdacht.


